medica mondiale e.V. ist eine international tätige Frauenrechts- und Hilfsorganisation, die seit 1993 Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisengebieten unterstützt. In eigenen Projekten und in Kooperation mit lokalen Frauenorganisationen bietet medica mondiale Betroffenen von Gewalt vor Ort ganzheitliche Unterstützung. Auf politischer Ebene setzt sich medica mondiale zudem offensiv für die Durchsetzung der Rechte und Interessen von Frauen ein, fordert eine konsequente Ahndung der Verbrechen sowie wirksamen Schutz, Gerechtigkeit und politische Teilhabe für die Überlebenden der Gewalt. medica mondiale hat den STA - stress- und traumasensibler Ansatz® für die Beratung und Begleitung von Gewaltüberlebenden entwickelt. Zentral ist beim STA, Menschen, die traumatische Erlebnisse überlebt haben, sowie die begleitenden Fachkräfte und Ehrenamtlichen, so zu stabilisieren, dass ihre innere Widerstandskraft gestärkt wird.

Finanziert von Aktion Mensch führt medica mondiale das Projekt Empowerment first! durch, um Unterstützer*innen von Geflüchteten – und speziell Leitungsfachkräfte - praxisnah zu qualifizieren und sensibilisieren. Dies soll zur Sicherheit, Stabilisierung und Gewaltprävention u.a. in Unterkünften beitragen.
Das Fortbildungsprogramm setzt sich aus 4 Komponenten zusammen:

Komponente   1: Ausbildung von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Unterstützer*innen von Geflüchteten in Deutschland

Komponente   2: Qualifizierung und Begleitung von Fachkräften und geflüchteten Frauen zur Förderung von Gewaltschutz, Inklusion und Traumasensibilität in einer Unterkunft

Komponente    3: Konsolidierung und weitere Qualifizierung von Multiplikatorinnen des STA (Trainerinnenpool und Peer-to-Peer-Expertinnen)

Komponente 4: Konzeptentwicklung von vertiefenden Fortbildungsformaten, stärkenden Gruppen-angeboten, Lehrkonzepten für die Implementierung des STA in einer Unterkunft sowie eines intersektionalen und inklusiven STA, Evaluation und Monitoring des Projekts


Zur externen begleitenden Evaluation des Projekts suchen wir ein(e) externe(s)


Evaluatorin/ Evaluatorinnenteam


Die Evaluation beinhaltet zweit Hauptziele:

1) als Lernprozess für alle Stakeholder trägt sie dazu bei zukünftige Projekte zu entwickeln. Sie stellt Verantwortlichen bei medica mondiale und Aktion Mensch Informationen über den Erfolg der Durchführung des Projektes und die Wirkung von medica mondiales stress- und traumasensiblem Ansatz zur Verfügung. Es soll beurteilt werden ob das Projekt seine geplanten Ziele erreicht hat Standardmäßig beinhaltet dies die Einschätzung der DAC-Kriterien (Relevanz, Effektivität, Effizient, Impact und Nachhaltigkeit).

2) soll sie Auskunft über Auswirkungen von Asylrichtlinien und –gesetzen auf das Leben und Arbeiten in Unterbringungseinrichtungen geben. Somit liefert die Evaluation medica mondiale Informationen für den politischen Diskurs im Bereich Flucht und stellt Hintergrundinformationen für medica mondiales Arbeit in der Projektregion Deutschland bereit.


Spezifische Evaluationsfragen (Auswahl)

Informationen zum Projektkontext: Unterbringungseinrichtungen

  • Wie wirken sich Asylrichtlinien und -gesetze (z.B. Unterbringung/Aufenthaltsstatus) auf das psychosoziale Befinden der Bewohner*innen/der Mitarbeitenden aus?


Projektevaluation

  • Nehmen die Bewohner*innen stärkende Gruppenangebote wahr? Profitieren sie davon, insbesondere hinsichtlich der Prinzipien des STA Ansatzes (Sicherheit, Stärkung, Verbindung, Selbstfürsorge)?
  • Hat für die Leitungskräfte und haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden (u.a. Bezirksregierung) ein Wissenszuwachs hinsichtlich Stress- und Traumasensibilität stattgefunden? Kann dieser Wissenszuwachs im Arbeitsalltag praktisch umgesetzt werden / führt der Wissenszuwachs zu Verhaltens- und Einstellungsänderungen, gestärkter Resilienz?


Stress- und Traumasensibler Ansatz:

  • Welche Aussagen können anhand des Projekts über den STA-Ansatz gemacht werden? Welche Elemente des STA-Ansatzes wurden im vorliegenden Projekt umgesetzt? Welche Wirkungen sind direkt auf die STA-Trainings zurückzuführen?
  • Wo überschneidet sich der STA-Ansatz mit bereits bestehenden Ansätzen/Richtlinien in Unterkünften? Was sind die Alleinstellungsmerkmale des STA-Ansatzes in diesem Kontext?
  • Durch welche Mechanismen wirkt der STA in den zentralen Unterbringungseinrichtungen? Welche (institutionellen) Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit der STA wirken kann?
  • Welche Aussagen können zu Wirkungen auf den verschiedenen Ebenen (Mehrebenen- Ansatz von medica mondiale gemacht werden?
  • Inwiefern reflektieren formale Richtlinien in den Unterbringungseinrichtungen ein Verständnis für Bedarfe von Überlebenden von Trauma und Helfenden? Wurden im Rahmen des Projekts Änderungen hinsichtlich des Bestehen und der Nutzung dieser Richtlinien vorgenommen?


Methodologie
Die Methodologie wird während der Vorbereitung der Evaluierung in enger Kooperation mit medica mondiale vereinbart, um Transparenz zu gewährleisten. Grundsätzlich muss traumasensibel gearbeitet und Standards der Arbeit mit Überlebenden angewandt werden. Eine feministische, ressourcenorientierte Forschungsperspektive ist uns wichtig.
Das Evaluationsteam soll einen mixed methods-Ansatz verfolgen und sowohl quantitative als auch qualitative Daten verwenden. Das Evaluationsdesign soll auf einem partizipativen Ansatz basieren und Aspekte des "learning" beinhalten.

Ihre Hauptaufgaben sind

Vorbereitung (Juli- September 2019)

  • Analyse von relevanten Dokumenten und Projektdokumentation, einschließlich Einbeziehung der Ergebnisse des Trainingsmonitorings
  • Vorbereitung der Evaluationsinstrumente und Planungstreffen mit medica mondiale e.V. und Stakeholdern


Datenerhebungsphase (verschiedenen Zeitpunkte von Juli 2019 bis September 2020)

  • Begehung zwei verschiedener Unterkünfte in NRW.
  • Qualitative und quantitative Interviews und Fokusgruppendiskussionen mit Unterkunftspersonal und Bewohner*innen mithilfe von Story Telling- oder anderen partizipativen Methoden
  • Dokumentenanalyse (Richtlinen, Prozessdokumente) innerhalb der Unterkünfte
  • 1-tägiger Workshop zum Teilen vorläufiger Ergebnisse mit Mitarbeiter*innen und Schlüsselpersonal um vorläufige Ergebnisse und Empfehlungen zu präsentieren, diskutieren und weiterzuentwickeln


Analyse und Verfassung des Berichtes (September – Dezember 2020)

  • Analyse und Triangulation der Evaluationsergebnisse und Entwurf des Berichts
  • Senden des Berichtsentwurfs an die Stabsstelle Evaluation und Qualität
  • Präsentieren und Diskutieren der Evaluationsergebnisse und -empfehlungen mit medica mondiale e.V. in Köln
  • Schreiben und Versenden des finalen Berichts nach Feedback und Präsentation
  • Kurze Zusammenfassung der Evaluierung zur Veröffentlichung auf unserer Webseite


Für die Evaluation steht ein Budget von 20.000€ zur Verfügung.


Sie bringen mit

  • Fach- und Methodenkompetenz mit sowohl qualitativen als auch quantitativen Erhebungs- und Auswertungsverfahren
  • Kenntnisse im Bereich Flucht, Migration, Asylrecht oder rassismuskritischer Bildungsarbeit
  • Grundkenntnisse im Themenkomplex sexualisierter Gewalt und Stress- und Traumasensibilität
  • Umfassende Erfahrung in der Evaluation von Qualifizierungsprogrammen


Laufzeit: Juli 2019 - Dezember 2020
Ausschreibungsfrist: 24.06.2019, 9.00 Uhr


Bitte senden Sie Ihr Angebot mit Schriftprobe und Referenzen (max. 2 MB), ausschließlich per E-Mail an: medica mondiale e. V., evaluation@medicamondiale.org,; Betreff: Evaluation Empowerment First. Bei inhaltlichen Fragen oder wenn sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte per Email an Vica Tomberge: vtomberge@medicamondiale.org.