11053729 1602516356688183 4612703413742673833 nTerms of Reference der Evaluierung

Nepal-Dialogforum für Frieden und Menschenrechte 2017

  1. Einführung

Das Nepal-Dialogforum für Frieden und Menschenrechte (NDF) ist ein Netzwerk bestehend aus Hilfswerken, Vereinen und Menschenrechtsorganisationen, die sich im Rahmen der Entwicklungszusammenarbeit und im Menschenrechts- und Friedensbereich (u.a.) in Nepal engagieren.

Mitglieder des NDF sind die folgenden 8 Organisationen: Adivasi-Koordination Deutschland, Amnesty International (AI) Deutsche Sektion – Ländergruppe Nepal, Bischöfliches Hilfswerk Misereor e.V., Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst, Gossner Mission, FIAN International, Peace Brigades International (PBI) – deutscher Zweig, Südasienbüro.

Das NDF führt gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen einen gemeinsamen Politikdialog zu besonders wichtigen Themen der Entwicklung in Nepal. Die Mitglieder des NDF arbeiten zumeist seit vielen Jahren zu und in Nepal und verfügen über eine Vielzahl von lokalen Partnerorganisationen, die einen großen Teil der Zivilgesellschaft in Nepal repräsentieren. Die Lobbyarbeit wird teilweise gemeinsam und in Abstimmung mit diesen Partnerorganisationen umgesetzt. Die Koordinationsstelle des NDF existiert seit 2010. Sie verfügt über ein eigenes Büro im Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin, das sie sich seit Juni 2011 mit dem Bangladesch-Forum teilt.

Die erste Projektphase umfasste den Zeitraum 11/2010-10/2012 mit einer hauptamtlichen Stellenplanung von 50%. Die zweite Projektphase umfasste den Zeitraum 11/2012-10/2015 mit einer hauptamtlichen Stellenplanung von 75%. Die lfd. Projektphase läuft aktuell von 11/2015-10/2018 mit einer hauptamtlichen Stellenplanung von 65%.

 

Ziele des Projekts

Für die gegenwärtige Projektphase von 11/2015 bis 10/2018 ist das vereinbarte Projektziel wie folgt formuliert:

„Das Nepal-Dialogforum hat einen regelmäßigen Austausch mit politischen Entscheidungsträ-ger*innen zu seinen Schwerpunktthemen (1. WSK-Rechte mit Fokus auf Recht auf Nahrung, 2. Transitional Justice - einschließlich Menschenrechte, Menschenrechtsverteidiger*innen, Konfliktbearbeitung, Straflosigkeit und 3. Soziale Inklusion) erreicht und bewirkt, dass diese Themen Eingang in den politischen Dialog und in die Zusammenarbeit mit Nepal finden.“

 

Zielgruppen des Projekts

Direkte Zielgruppen:

  • Politiker*innen (Parlamentarier*innen, Bundesregierung, EU, UN)
  • Politische Entscheidungsträger*innen
  • Politische Stiftungen und Wissenschaft

Zielgruppen sind Personen, die in Track I und Track II der politischen Landschaft in Deutschland und Europa arbeiten, und Personen, die diese beraten. Dies sind zum Beispiel auf deutscher Ebene:

Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ); Auswärtiges Amt (AA); Mitglieder des Bundestages (MdB), u.a. von: Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ), Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe (A-MRHH), Auswärtiger Ausschuss, Deutsch-Südasiatische Parlamentariergruppe, Abgeordnete mit relevanter programmatischer, sektoraler sowie geographischer Zuständigkeit oder besonderen Interessen; Politische Stiftungen; Wissenschaftliche Institutionen, die sich mit Nepal/den Schwerpunktthemen des NDF befassen; Deutsche Botschaft in Nepal

Auf internationaler Ebene sind dies u.a.:

In Brüssel: Mitglieder des europäischen Parlaments; European External Action Service (EEAS) – geographische (Nepal) und sektorale (u.a. zu Menschenrechte und Demokratie) Zuständigkeiten; Delegation for relations with the countries of South Asia; Directorate Asia and Central Asia, Development and Cooperation. In Genf: Office of the High Commissioner of Human Rights (OHCHR)

Indirekte Zielgruppen:

Vertreter/innen der Zivilgesellschaft in Nepal (z.B. soziale und Menschenrechtsorganisationen, Menschenrechtsverteidiger*innen, Journalist*innen); marginalisierte und von der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Teilhabe ausgeschlossene Bevölkerungsgruppen; Opfer von Menschenrechtsverletzungen und deren Angehörige; Menschen, die von Armut und Hunger betroffen sind.

 

  1. Anlass und Zielsetzung der Evaluation

Anlass der Evaluierung ist die Initiative aller Mitglieder im NDF, die nach mehreren Förderphasen in Erfahrung bringen möchten, inwiefern die Ziele und Schwerpunkte des NDF aus heutiger Sicht noch relevant sind für die direkten Zielgruppen bzw. nepalesischen Partnerorganisationen. Ferner soll analysiert werden, inwiefern sich diese Ziele und Schwerpunkte – entsprechend sich ändernder Rahmenbedingungen – ggf. geändert haben und sie entsprechend angepasst werden sollten. Hierzu soll auch die ursprüngliche Motivation der Mitglieder, sich im NDF zu engagieren sowie der damit verbundene Mehrwert analysiert werden.

Schwerpunkt der Evaluierung sollen strategische Herangehensweise, Effektivität und Optimierungsmöglichkeiten der gemeinsamen Lobby- und Advocacyarbeit sein.

Es werden konkrete Anregungen, Verbesserungspotentiale sowie praxisorientierte Empfehlungen erwartet, die das gemeinsame Lernen von NDF und seiner Mitgliedsorganisationen ermöglichen sollen, sowie wichtige Impulse für eine geplante Folgephase und eine nachhaltige Weiterentwicklung als Netzwerk geben können.

In der Evaluierung sollen die Lobby- und Advocacy Aktivitäten der laufenden Projektphase seit 11/2015 wie auch der vorangegangenen Projektphase von 11/2012 – 10/2015 analysiert werden. Der Schwerpunkt der Evaluierung liegt auf der aktuellen Förderphase. Bei der Antragstellung der laufenden Phase sind bereits die „lessons learnt“ aus der Vorgängerphase eingeflossen. Daher soll die Vorgängerphase primär hinsichtlich „lessons learnt“ und der erreichten Wirkungen betrachtet werden.

 

  1. Schlüsselfragen

Bei der Beantwortung der Fragen soll, wo sinnvoll, das Querschnittsthema Gender Berücksichtigung finden.

Relevanz:

  1. Welche Themen sind im NDF vertreten/werden bearbeitet? Wie sind diese (nach welchen Kriterien) identifiziert, ausgewählt oder verworfen worden? Wie und durch welche Akteure erfolgt das Agenda Setting?
  2. Ist das NDF an den „richtigen“, relevanten Themen dran, die Nepal und nepalesische Partnerorganisationen bewegen? Gibt es Themen, die ergänzend hinzukommen sollten? Gibt es Themen, die ggf. wegfallen oder anders gewichtet/bearbeitet werden sollten?
  3. Wie relevant ist die Arbeit des NDF für Entscheidungsträger*innen national und international?
  4. Wie gut ist die thematische Balance gelungen, einerseits die Themen aufzugreifen, die durch nepalesische Partnerorganisationen an das NDF herangetragen werden und andererseits die Themen, bei denen die Anbindung in der deutschen und internationalen Politik möglich ist?
  5. Welche Faktoren machen die Arbeit des NDF für die jeweiligen Mitgliedsorganisationen relevant?

 Effektivität:

  1. Wird das Projektziel der laufenden Förderphase voraussichtlich erreicht? Was sind „Lessons Learnt“ der Vorgängerphase und werden diese genutzt?
  2. Wo liegen die Stärken und Schwächen des NDF und werden diese Stärken ausreichend genutzt bzw. die Schwächen bearbeitet?
  3. Werden die Themen des NDF geeignet aufbereitet, sodass sie von den deutschen und internationalen Zielgruppen als relevant wahrgenommen werden?
  4. Was ist der intendierte und tatsächliche „added value“ der Zusammenarbeit im NDF gegenüber dezentraler Lobby- und Advocacyarbeit der Einzelorganisationen für die Mitgliedsorganisationen?
  5. War die Kommunikation, Kooperation und Berichterstattung durch das und innerhalb des NDF geeignet, um die geplanten Projektaktivitäten umzusetzen? (Rolle und Funktion der Koordinationsstelle, Rolle und Funktion der Mitgliedsorganisationen, Frage der Kooperation, Rolle der institutionellen und individuellen Unterstützer*innen, Mitgestaltungsmöglichkeiten im NDF)?

Effizienz:

  1. Werden die Arbeits- und Abstimmungsmechanismen von den Mitgliedern (z.B. Telkos, Koordinationssitzungen, Strategiesitzung, PME-System) effizient genutzt? Wie haben die Veränderungen der Arbeits- und Abstimmungsmechanismen, die das NDF in der laufenden Projektphase (und ggf. der vorherigen Phase) eingeführt hat, auf die Effizienz des Netzwerkes gewirkt?
  2. Was wären alternative/zusätzliche hilfreiche Instrumente?
  3. Wird das Projektziel auf wirtschaftliche Art erreicht? Welche monetären und nicht-monetären Ressourcen setzen die einzelnen Mitgliedsorganisationen ein?
  4. Inwieweit ergeben sich Synergien z.B. durch Vernetzung, durch unterschiedliche Erfahrungen der einzelnen Mitgliedsorganisationen, durch Zugang zu einem breiteren Partnerfeld in Nepal, durch eine sinnvolle Arbeitsteilung und/oder den Austausch von Informationen, auch in der Lobbyarbeit?
  5. Waren die vorhandenen Projektmittel ausreichend, um das Projektziel und die Aktivitäten angemessen umzusetzen sowie das Projekt finanziell/administrativ zu begleiten? 

Wirkung:

  1. Wo lassen sich längerfristige Wirkungen erkennen? Auf Ebene der direkten Zielgruppen in Deutschland, der direkten Zielgruppen international und der indirekten Zielgruppen in Nepal? Gibt es dazu Aussagen von nationalen und internationalen Entscheidungsträger*innen? Haben Personen der direkten Zielgruppen durch ihr Handeln gezeigt, dass sie die Positionen des NDF aufnehmen?
  2. Hat das NDF - über die Projektzielsetzung hinaus als nicht intendierte Wirkung - dazu beigetragen, die Lobby-Potentiale von Partnerorganisationen zu vergrößern? Inwiefern gibt es im Partnerfeld einen Bedarf nach Vernetzung und gemeinsamer Lobbyarbeit?
  3. Welche langfristigen (intendierten und nicht intendierten) Wirkungen sind auf die Aktivitäten des NDF zurückzuführen?
  4. Sollte das NDF andere/weitere Wirkungsziele verfolgen?

Nachhaltigkeit:

  1. Welche Auswirkungen hat die derzeitige Organisations- und Netzwerkstruktur (finanzielle, personelle Beteiligung der Mitgliedorganisationen, unterschiedlicher Ressourceneinsatz, etc.) auf die Nachhaltigkeit der Arbeit des NDF?
  2. Gibt es innerhalb der direkten Zielgruppen Anzeichen dafür, dass der Bekanntheitsgrad als NDF steigt?
  3. Nutzen die Zielgruppen und Mitgliedsorganisationen die Materialien und Inhalte des NDF für eigene Aktivitäten und ist ein Anstieg dieser Nutzung belegbar?

 

  1. Evaluationsdesign/Methoden

Das Evaluationsdesign sollte die Analyse interner Projektdokumente, Sekundärliteratur und weitere (quantitative wie qualitative) Methoden kombinieren. Es wird vorausgesetzt, dass die Prinzipien und Standards der OECD-DAC für eine partizipative, glaubwürdige und faire Evaluierung berücksichtigt werden. Das NDF legt großen Wert auf partizipative Methoden und ein Haltung gemeinsamen Lernens.

Für die Durchführung können die folgenden Informationsquellen berücksichtigt werden (mehrheitlich in deutscher Sprache):

  1. Projektdokumentation (z.B. Projektanträge, Bewilligungsvorlagen, Finanz- und Sachberichte, PME-Bögen, Korrespondenz mit dem Rechtsträger)
  2. Produkte der Netzwerkarbeit (Strategiepapiere, Lobbybriefe, Hintergrundpapiere, Protokolle, Dokumentationen von Veranstaltungen)
  3. Alle relevanten beteiligten Personengruppen, z.B. Vertreter*innen der Mitgliedsorganisationen, der Koordinationsstelle, der nepalesischen Partnerorganisationen, Entscheidungsträger, etc. (siehe Zielgruppen).

Es wird davon ausgegangen, dass die nepalesischen Partnerorganisationen und gegebenenfalls andere Stakeholder in Nepal über Online-Tools oder durch Kooperation mit einer/m Gutachter*in aus Nepal eingebunden werden können und keine Reise nach Nepal notwendig ist.

 

  1. Budget

Das maximale Budget der Evaluierung beträgt 15.000,-- EUR inkl. aller Kostenpositionen (Honorarkosten inkl. MwSt., Sach- und Reisekosten inkl. MwSt., etc.).

 

  1. Erwartete Produkte
  • Inception Report (max. 8 Seiten zur Feinabstimmung von Fragestellungen, Erhebungsmethoden, präzisierter Zeitplan, Interviewleitfäden, Evaluierungsmatrix, etc.). Der Bericht sollte in einer ersten Entwurfsfassung sowie später in einer finalisierten Fassung vorgelegt werden.
  • Endbericht (max. 35 Seiten ohne Anhänge in deutscher Sprache). Der Bericht sollte in einer ersten Entwurfsfassung sowie später in einer finalisierten Fassung vorgelegt werden. Ein Berichtsraster wird vorgegeben.
  • Zudem soll eine Zusammenfassung des Endberichts in deutscher und englischer Sprache auf 3 Seiten entwickelt werden.
  • Optionaler Mini-Workshop zur Besprechung des Inception Reports mit dem NDF (siehe Zeitplan).
  • Möglichst termingebundene Ergebnispräsentation für das NDF (siehe Zeitplan).

 

  1. Schlüsselqualifikationen der Gutachter*innen
  • Nachgewiesene Erfahrung mit Evaluierungen
  • Nachgewiesene Erfahrung in der Lobby- und Advocacyarbeit oder in der Evaluierung von Lobby- und Advocacyaktivitäten
  • Nachgewiesene Erfahrung in der Netzwerkarbeit oder in der Evaluierung von Netzwerkarbeit und Verständnis für Netzwerkprozesse
  • Erfahrung in den Themenbereichen Menschenrechte und Friedensarbeit ist von Vorteil
  • Erfahrung in der Entwicklungszusammenarbeit ist von Vorteil
  • Grundverständnis zu Nepal ist wünschenswert

 

  1. Zeitplan

Was

Deadline

Erwartete Produkte

Einreichung Angebote

16. Juli 2017

Vollständiges Angebot

(s. Punkt 9)

Entscheidung für ein Angebot

10. August 2017

 

Vertragsabschluss

Anfang September 2017

 

Auftragsklärungs-/Einführungsgespräch

Anfang September 2017

 

Relevante Dokumente lesen

Ab Mitte September 2017

 

Einreichung Inception Report

05. Oktober 2017

Vorläufiger Inception Report

Optionaler Mini-Workshop zur Besprechung des Inception Reports mit dem NDF

11. Oktober 2017

(Hinweis: Der Workshop ist termingebunden, muss aber nicht zwingend angeboten werden.)

Mini-Workshop

Rückmeldung des Feedbacks vom NDF an Gutachter*innen

17. Oktober 2017

 

Endgültige Version des Inception Reports

27. Oktober 2017

Endgültiger Inception Report

Datenerhebung und Analyse

Ab Ende Oktober 2017

 

Abgabe Entwurf des Endberichts

18. Dezember 2017

Vorläufiger Endbericht

Präsentation der Ergebnisse für NDF

Möglichst am 24. Januar 2018

Präsentation

Endfassung des Endberichts

31. Januar 2018

Endbericht

 

  1. Inhalt des Angebots der Gutachter*innen
  • Aussagekräftiger Lebenslauf aller beteiligten Gutachter*innen
  • Inhaltliches Angebot, welches 4 Seiten nicht überschreitet, das den Zeitplan präzisiert und schlüssig die angedachte Methodik und Herangehensweise darlegt. Bitte erläutern Sie darüber hinaus, welche Aspekte Ihnen bei der Umsetzung einer Evaluierung wichtig sind und wie sie sich eine partizipative Evaluierung vorstellen. Finanzielles Angebot mit allen anfallenden Kosten (bitte Budgetrahmen unter Punkt 5 beachten)
  • Das vollständige Angebot bitte bis spätestens 16. Juli 2017, ausschließlich per E-Mail an:

Nepal-Dialogforum für Frieden und Menschenrechte

z.Hd. Herrn Wolfram Walbrach
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Tel.: +49 (0)30 - 24344-5756